Bericht von den Veranstaltungen des Südtiroler Forstvereines

49. EFNS in Madona-Lettland


In der Woche vom 20. bis 25. Februar 2017 trafen sich bereits zum 49. Mal Förster und Waldbesitzer aus mehr als 20 Nationen Europas, um sich in der Loipe und am Schießstand zu messen. Zum ersten Mal waren auch drei Forststudenten aus Rumänien dabei.

Mehr als 500 Teilnehmer waren der Einladung der Kollegen aus Lettland gefolgt und konnten in dieser Woche Land und Leute kennenlernen. Kommunikationstechnisch auf höchstem Standard, verkehrstechnisch noch stark verbesserungswürdig, die Menschen sehr höflich und hilfsbereit sowie weltoffen und warmherzig – so habe ich Lettland erlebt.
38 Mitglieder des Südtiroler Forstvereines hatten sich für das Unternehmen „Madona“ gemeldet. Da Gerald und Giacomo krankheitsbedingt im letzten Moment nicht mitkommen konnten, senkte sich die Zahl der reiselustigen Südtiroler auf 36, von denen fünf nicht aktiv an den Rennen teilnahmen.


Mühsame Anreise


Der Anreise- bzw. Rückreisetag war sehr zäh und anstrengend, denn bereits um 6.00 Uhr morgens startete der Bus in Sexten und erreichte kurz vor Mittag Mailand. Der Flug nach Riga dauerte 2,5 Stunden und nachher erwarteten uns nochmals 3 Stunden Busfahrt für die 180 km nach Madona. Als wir um 21.00 Uhr zum Abendessen gingen, regnete es draußen und ließ den wenigen Schnee noch mehr schmelzen. Das Essen während der Woche war in Ordnung, die Zimmer waren recht geräumig und der Wachsraum war ein Luxus. Sehr angetan waren alle vom würzigen und süffigen heimischen Bier, das mit 2 € für 0,5 Liter auch noch sehr preisgünstig war. Das erste Fass wurde bereits in der ersten Nacht geleert, denn bei Gesang und Plauderei hielt der harte Kern, zu welchem am ersten Abend auch die Hausherrin gehörte, bis in die frühen Morgenstunden die Stellung.

Thomas und Walther waren bereits am Samstagmorgen mit dem Kleinbus der Abteilung Forstwirtschaft in Bozen aufgebrochen, den 2.250 km langen Weg nach Madona in Angriff zu nehmen. Der „Materialwagen“ war wieder voll mit Schiern, Wachskoffern, Wachstischen, Stahlbechern, Werbematerial, Fahnen, Wein, Speck und anderen Köstlichkeiten. Der erste Tag führte sie bis Warschau und am Sonntag erreichten sie gleichzeitig mit uns die Unterkunft in Reku Kalns.

Dank unseren beiden Wachsmeistern kamen wir auch mit den schwierigen Schneeverhältnissen gut zurecht
Dank unseren beiden Wachsmeistern kamen wir auch mit den schwierigen Schneeverhältnissen gut zurecht

Schwierige Bedingungen


Das Wetter zeigte sich während der Woche von seiner typischen Seite für diese Jahreszeit. Regen, Schneefall, Nebel, und Wind wechselten sich in kürzesten Abständen ab, nur die Sonne ließ sich kaum blicken. Der Schneefall war einmal sehr nass und das nächste Mal staubtrocken, Verhältnisse, die das Wachsen sehr erschwerten. Hätten wir mit Walter und Gerold nicht zwei absolute „Profis“ dabei gehabt, wären die „Schindereien“ wohl noch viel größer gewesen.
Die akuten Schneeverhältnisse beschränkten die Wettkampfstrecke auf eine 2,5 km Runde, die mit Kunstschnee präpariert worden war. Rasante Abfahrten wechselten sich mit steilen Anstiegen ab, die wenigen Flachstücke ließen kaum Erholung zu. Am Schießstand herrschten an beiden Renntagen unterschiedliche Windverhältnisse, sodass die Schießergebnisse insgesamt schwach ausfielen. Auch unser Team blieb vor dem totalen Negativresultat nicht verschont: Elena, Angelo, Gerold, Marco und Thomas P. durften 5 Ehrenrunden drehen. Nur Giulia (beim Klassikrennen) und Angelo (beim Freistilrennen) trafen alle 5 Scheiben.

Südtiroler sind trotzdem erfolgreich

Die sportlichen Erfolge blieben aber auch heuer nicht aus. Konrad erlief sich in der Kategorie 80+ die Silbermedaille; Walter Schütz landete bei beiden Rennen auf dem dritten Platz. Im freien Stil lief Giulia auf den dritten Rang, ebenso Mauro, der älter als 70 Jahre werden und Stilart wechseln musste, um zum ersten Mal auf dem Stockerl zu stehen. Auch für Andrea kam heuer die so lange ersehnte erste EFNS-Medaille: im klassischen Stil erreichte auch sie den dritten Rang. Zu einem ersten Platz reichte es erst am Freitag beim Staffellauf. In der Kategorie Herren über 50 konnten Walter, Gerold, Sepp und Heini alle Konkurrenten hinter sich lassen und siegten mit mehreren Minuten Vorsprung. Zum erwarteten Zweikampf mit den Finnen kam es leider nicht, da der finnische Startläufer unglücklich stürzte und sein Rennen nicht fortsetzen konnte. Insgesamt liefen die „alten Herren“ die siebtschnellste Zeit aller Staffeln und wurden nur knapp von Italien I (2 Aostaner, 1 Friulianer, 1 Südtiroler) geschlagen.

Die Staffelsieger
Die Staffelsieger

Grund zum Feiern

Das gesellige Beisammensein kam auch heuer nicht zu kurz. Nach jedem Rennen wurden in den Wachskabinen die persönlichen Erfolge bei regionalen Leckerbissen und guten Tropfen gefeiert. Zum Glück hatten wir heuer keine Verletzten zu beklagen und so konnten die frohen Stunden ohne Ach und Weh genossen werden. Mit Lois war heuer ein guter Sänger dazugekommen, sodass auch so manches Tirolerlied gesungen werden konnte. Beim „Fest der Nationen“ am Freitagnachmittag erreichte die Völkerverständigung ihren Höhepunkt. Wie schon in den letzten Jahren tischten alle Regionen ihre regionalen Spezialitäten auf und jeder konnte sich kostenlos „durch Europa essen und trinken“. Stundenlang wurde musiziert, gesungen und gefachsimpelt, persönliche Freundschaften wurden geknüpft oder erneuert. Gemeinsam mit den Kollegen aus dem Aostatal und dem Friuli betreuten wir einen Stand. Wenn die „Montanara“ und „Na sera serena“ angestimmt wurden oder das „Fussrangeln“ demonstriert wurde, stand dieser im Zentrum der Aufmerksamkeit.
Nachdem unser Singbuch auch bei den Teilnehmern anderer Nationen sehr begehrt war, ist es nun im EFNS-Bereich auf unserer Homepage zum Download verfügbar.
Nachdem unser Singbuch auch bei den Teilnehmern anderer Nationen sehr begehrt war, ist es nun im EFNS-Bereich auf unserer Homepage zum Download verfügbar.


Werbung für EFNS 2018 in Antholz

Schon ab Mittwoch war unser „Werbestand“ für die 50. EFNS 2018 im Antholzertal ein vielbesuchter Anziehungspunkt. Dolores, Monika, Elisabeth, Marianne, Martin, Thomas und viele andere hielten bei Regen, Schnee und Kälte stundenlang aus, um Stahlbecher und Informationsmaterial zu verkaufen bzw. zu verteilen. Das Interesse, nach Antholz zu kommen, ist spürbar groß und die Werbetrommel wurde kräftig gerührt. Danke dem engagierten Team mit „Dolli“ an der Spitze. Ich glaube nicht, dass es in Antholz nächstes Jahr jemand wagt, ohne Stahlbecher nach unserem Wein zu fragen!

Vom 28.1. bis 3.2.2018 trifft es uns Südtiroler, die 50. EFNS in Antholz zu organisieren und möglichst zahlreich am Start zu stehen. Waldbesitzer, Sägewerker, Forstarbeiter, Tischler und Zimmermänner, Mitglieder des Südtiroler Forstvereins, Förster und deren Familienmitglieder sind berechtigt, an den Europäischen Forstlichen Nordischen Schiwettkämpfen teilzunehmen.

Deshalb ergeht an alle der Aufruf, selbst aktiv an den Rennen teilzunehmen, Interessierte auf den Event anzusprechen oder sehr gerne auch, in irgendeiner Weise mitzuhelfen, um die 50. EFNS zu einer Veranstaltung werden zu lassen, an die man sich gerne erinnert. Die Letten haben uns mit ihrer perfekten und unaufdringlichen Art, diese Sportveranstaltung abzuwickeln, ein schweres Erbe hinterlassen.


Heinrich Schwingshackl