Lehrfahrt nach Apulien
Vom 2. bis 7. und vom 9. bis 14. Oktober haben sich jeweils 50 Mitglieder des Südtiroler Forstvereins auf eine Lehrfahrt nach Apulien begeben.Am Sonntag, 2. Oktober um 4 Uhr früh begann unsere lange Reise im überaus komfortablen Reisebus und mit einem erstklassigen Fahrer im Pustertal. In Cattolica, in der Trattoria “La Puracia” legten wir eine schmackhafte Mittagspause ein, die wir zum Glück schon verdaut hatten als wir am Abend die unzähligen Kehren von Peschici hinauf nach Vieste fuhren. Hier wurde im Hotel Bikini zu Abend gegessen und die Zimmer bezogen.
Am Montag ging es um 8.30 Uhr los. Begleitet von der guten Laune und dem forst- und landwirtschaftlichen Fachwissen unserer Führerin Antonietta fuhren wir vorbei an Olivenhainen, Wilden Pistazien und Feigenkakteen in die waldreiche „Foresta Umbra“ im Nationalpark Gargano. Hier kommen nicht weniger als 1200 verschiedene Laubgehölze und Nadelbäume vor, eine beeindruckende Artenvielfalt. Bei unserem Rundgang sehen wir auch die “mucche podoliche”, das ist eine sehr genügsame und Rinderrasse, die aus dem Balkan stammt und gut an die armen Weiden in der Gegend angepasst ist.
In der Foresta Umbra (lat. umbra bedeutet Schatten) gibt es ein Naturmuseum, ein Holzfällerhaus und einen Naturlehrpfad, auf dem uns Antonietta die botanischen, forstlichen und landschaftlichen Besonderheiten näher bringt. Am Parkplatz am Ende des Lehrpfades erwartete uns Dott. Angeloro, Leiter des Ufficio territoriale per la biodiversità del Corpo Forestale dello Stato, der über die Fläche der Foresta Umbra (ca. 400 ha), die Verwaltung und die Tätigkeit des CFS in Apulien referierte.

Baia San Felice

Pizzomunno - Vieste

Torre saracena
Das Mittagessen war in der Trattoria “Ristoro degli Angeli” geplant in Monte Sant’Angelo mit der Burg des Staufenkönigs Friedrich II., die dann in den Besitz der Aragonesen überging. Außerdem besichtigten wir den Glockenturm der Grottenkirche S. Michele (gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO) mit seinen 86 Stufen. Das Portal der ehemaligen Kirche San Pietro und Santa Maria Maggiore sollen hier auch noch erwähnt werden.
Auf unserem Rückweg ziehen immer wieder Olivenhaine an uns vorbei und wir können auch einen Blick auf den Golf von Manfredonia und die Salinen von Margerita di Savoia werfen.
Bei der Bucht von San Felice machen wir kurz Halt um noch schnell einen Schnappschuss von der Treppe des Sarazenenturmes zu machen und verabschieden uns von unserer Führerin Antonietta.
Am Mittwoch müssen uns leider Anni und Paul Pircher wegen eines Trauerfalles verlassen, während wir unsere Reise in Richtung Bari durch Getreidefelder, Olivenhaine und Weinberge fortsetzen. In Castel del Monte erwarten uns schon unsere nächsten Reiseführer: Maria Lucrezia e Pietro. Das Schloss ist ein Meisterwerk der Baukunst und voller Symbolismen. Es hat einen achteckigen Grundriss und acht Türme, ebenso mit achteckigem Grundriss. Wahrscheinlich war das Schloss einmal Sitz einer Universität unter Friedrich II., dem Erbauer dieses Bauwerkes aus dem 13. Jh. 1996 wurde das Castel del Monte in das UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen.
Wir verlassen Castel del Monte und kommen nach Matera (ein weiteres UNESCO Kulturerbe, berühmt für die Höhlensiedlungen „sassi“), wo uns schon Brunella, unsere Führerin erwartet. Unterwegs sehen wir steinige Steppenlandschaften, Macchia und Eichenwälder und viele Wind- und Fotovoltaik-Parks. Matera bietet einen atemberaubenden Anblick. Die Häuser am Hang sind so eng zusammengebaut, dass sie wie ein riesiges Amphitheater wirken. Bis in die 50er Jahre wurden hier in den Fels gehauene Grotten bewohnt. Zu den besonderen Sehenswürdigkeiten der Stadt zählen die Felsenkirche San Pietro Barisano und der Palazzo Sedile. Anschließend geht es weiter in Richtung Martina Franca ins Hotel.

Castel del Monte
Der Donnerstag ist unser letzter Tag im südlichsten Süden. Um 9 Uhr geht es los. Unterwegs erklärt uns Pietro die Besonderheiten der südöstlichen „Murgia“. Murgia bedeutet „hohes felsiges Land“ und ist eine rechteckige Kalkhochebene in der Mitte Apuliens. In der „Masseria Galeone“, ein Gutshof, der vom Corpo forestale dello Stato geführt wird, werden wir von einem Förster empfangen, der uns die Zielsetzung der Einrichtung erklärt. Zum Anwesen gehören 170 ha eindrucksvolle Wälder mit mazedonischer Eiche (Quercus trojana), eine Art Zerr-Eiche. Auf dem Gutshof werden 60 – 70 Murgese-Hengste gehalten und ausgebildet. Diese italienische Pferderasse hat ein Stockmaß von 1,70 m (das heißt die Pferde sind über 2 Meter groß!) und werden vom Forstkorps, Polizei und Carabinieri eingesetzt. Auch die New Yorker Polizei ist an diesen imposanten Pferden mit dem tiefschwarzen bis eisengrauen Fell interessiert. Auf dem Gut sind 6 Förster tätig sowie 4 – 5 Pferdetrainer und 40 Handwerker.
Gegen Mittag geht es weiter in Richtung Alberobello, das ebenso zum Weltkulturerbe zählt, um die berühmten „trulli“ zu besichtigen. Der Name Alberobello kommt von “Silva Arboris Belli” und war wirklich früher ein Eichenwald.
Wie uns Führerin Maria Lucrezia berichtet, gibt es einen besonderen Grund, warum diese Häuserform der Trulli hier so verbreitet ist. Dafür zeichnet ein Herzog von Acquaviva verantwortlich, der auf eine raffinierte Idee kam, um dem Kaiser keine Steuern zahlen zu müssen. Es war zu Ende des 13. Jhs. auf kaiserliches Geheiß nämlich verboten, neue Ortschaften ohne Erlaubnis zu gründen, und diese Erlaubnis kostete Geld (einer Art I.C.I !). Nun siedelten sich aber um Alberobello herum immer mehr neue Siedler an. Girolamo machte ihnen allen zur Pflicht, bei der Bauweise dieser Trulli zu bleiben. Das tat er aus einem einfachen Grund: Diese Trulli-Gebäude waren ebenso schnell zu demontieren wie wieder aufzubauen. Und wenn sich eine kaiserliche Kontrollkommission ankündigte, dann wurden schnell die Dächer auseinander genommen, um den Geldeintreibern zu demonstrieren, dass man diese armselige Ansammlung von halben Wänden ja wohl nicht als neue Siedlung bezeichnen könne. Und damit musste keine Gebühr bezahlt werden. Der Erfolg dieser Maßnahme führte zu der Anordnung, in Alberobello überhaupt keinen Mörtel zu verwenden, und so wurde diese Bauform zur Tradition. Seit 1797 wird für die Trulli wieder Mörtel verwendet.
Jeder Trullo, im Grundriss 5 x 5 Meter, wurde von einer Familie bewohnt. Nach und nach wurden aber weitere Räume hinzugefügt, sodass eine Familie 3 bis 4 Trulli bewohnte.

Rione Monti - Alberobello
Wie uns Führerin Maria Lucrezia berichtet, gibt es einen besonderen Grund, warum diese Häuserform der Trulli hier so verbreitet ist. Dafür zeichnet ein Herzog von Acquaviva verantwortlich, der auf eine raffinierte Idee kam, um dem Kaiser keine Steuern zahlen zu müssen. Es war zu Ende des 13. Jhs. auf kaiserliches Geheiß nämlich verboten, neue Ortschaften ohne Erlaubnis zu gründen, und diese Erlaubnis kostete Geld (einer Art I.C.I !). Nun siedelten sich aber um Alberobello herum immer mehr neue Siedler an. Girolamo machte ihnen allen zur Pflicht, bei der Bauweise dieser Trulli zu bleiben. Das tat er aus einem einfachen Grund: Diese Trulli-Gebäude waren ebenso schnell zu demontieren wie wieder aufzubauen. Und wenn sich eine kaiserliche Kontrollkommission ankündigte, dann wurden schnell die Dächer auseinander genommen, um den Geldeintreibern zu demonstrieren, dass man diese armselige Ansammlung von halben Wänden ja wohl nicht als neue Siedlung bezeichnen könne. Und damit musste keine Gebühr bezahlt werden. Der Erfolg dieser Maßnahme führte zu der Anordnung, in Alberobello überhaupt keinen Mörtel zu verwenden, und so wurde diese Bauform zur Tradition. Seit 1797 wird für die Trulli wieder Mörtel verwendet.
Jeder Trullo, im Grundriss 5 x 5 Meter, wurde von einer Familie bewohnt. Nach und nach wurden aber weitere Räume hinzugefügt, sodass eine Familie 3 bis 4 Trulli bewohnte.
Nach der Mittagspause besuchen wir “Rione aia piccola” und ”Rione Monti” mit seinen 1000 Trulli und auf unserer Rückkehr nach Martina Franca sehen wir die wunderschönen Dörfer Locorotondo und Cisternino. Martina Franca wurde vor ca. 700 Jahren gegründet, hat 50.000 Einwohner und ist berühmt für die barocken Bauten. Wir besichtigen die Reste der Stadtmauer (Porta Santo Stefano) und den Delfinbrunnen vor dem Palazzo Ducale, schlendern durch die antiken Gassen und genießen die süße Spezialität von Martina Franca, den “bocconetto”. Danach geht es zur Piazza Plebiscito, dem Dom San Martino und zum 37 Meter hohen Uhrturm.
Wir fahren weiter nach Ostuni (die weiße Stadt), mit seinen typischen weiß gekalkten Häusern. Durch die “Porta Nova” geht es hinauf zur Piazza Giovanni Paolo II mit der Kathedrale des S. Biagio e und S. Oronzo.
Am Freitag treten wir etwas wehmütig unsere lange Heimreise an. Bei unserer Mittagspause in Cattolica erinnert uns ein weiteres Fischmenü an den wunderschönen Aufenthalt in Apulien.
Ich möchte mich ganz herzlich bei den Begleiterinnen Monika und Elisabeth, den Fahrern Walter und Harald und bei den Organisatoren des Südtiroler Forstverein bedanken, die mit ihren Vorbereitungen und Mühen alle zum Gelingen dieser wunderschönen Lehrfahrt beigetragen haben.
Felix Squeo


Wir fahren weiter nach Ostuni (die weiße Stadt), mit seinen typischen weiß gekalkten Häusern. Durch die “Porta Nova” geht es hinauf zur Piazza Giovanni Paolo II mit der Kathedrale des S. Biagio e und S. Oronzo.

Masseria Galeone – Martina Franca
Ich möchte mich ganz herzlich bei den Begleiterinnen Monika und Elisabeth, den Fahrern Walter und Harald und bei den Organisatoren des Südtiroler Forstverein bedanken, die mit ihren Vorbereitungen und Mühen alle zum Gelingen dieser wunderschönen Lehrfahrt beigetragen haben.
Felix Squeo

Baia delle Zagare

Krypta S.Pio

Sasso caveoso - Matera