Tag des Baumes „die Linde“
Am Freitag, 25. September 2009 lud der Südtiroler Forstverein zur Vortragsreihe – Tag des Baumes „die Linde“ – auf den Ritten ein.
Mit der neuen Rittner Seilbahn wurden die Teilnehmer von Bozen nach Oberbozen gebracht. Eine kurze Wanderung führte uns nach Maria Himmelfahrt, einem der ersten Sommerfrischdomizile Tirols.
Biologische und forstliche Eigenschaften der Linde
Beim Ortnerhof, wurde ein Lindenhain mit vielen, mächtigen, über 300 Jahre alten Linden besichtigt. Dr. Christoph Hintner vom Amt für Forstplanung informierte über die biologischen und forstlichen Eigenschaften der Linde. Natürlich kommt die Linde bis auf eine Höhe von ca. 1100 m.ü.M auf frischen Position:en vor. Das Erkennungsmerkmal der Linde sind ihre herzförmigen Blätter. Die zwei Arten Sommerlinde und Winterlinde können aufgrund ihrer Blattgröße leicht unterschieden werden. Die Winterlinde hat nämlich wesentlich kleinere Blätter. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal sind die Haarbüschel an der Blattunterseite, die bei der Sommerlinde weiß, bei der Winterlinde hingegen bräunlich gefärbt sind. Im Lindenhain vom Ortnerhof sind nur Winterlinden gepflanzt worden. Waldbaulich gesehen hat die Linde in Südtirol keinen großen Stellenwert, da sie nur sehr spärlich vorkommt.
Oberbozner Schießstand
Anschließend wurde von Graf Toggenburg der historische Schießstand der Oberbozener Schützengesellschaft vorgestellt. Dieser Verein wurde zur Erhaltung bester Freund- und Nachbarschaft von den Sommerfrischlern schon vor mehr als 350 Jahren gegründet. Das Schießen auf teilweise kunstvoll gestaltete Scheiben diente hauptsächlich als Zeitvertreib. Das Vereinsleben wird auch heute noch gepflegt.
Kurzreferate über Schnitzkunst und Mythologie
Danach ging es mit dem historischen „Rittnerbahnl“ von Maria Himmelfahrt nach Oberbozen und anschließend zu Fuß ins Vereinshaus wo zwei Kurzreferate zum Thema „Die Linde“ stattgefunden haben. Peter Demetz, Holzschnitzer aus Gröden, referierte über die Eigenschaft der Linde als Schnitzereiholz. Die Linde ist die meist verwendete Holzart für Schnitzkunst in Europa. In der Südtiroler Schnitzkunst spielt einheimisches Lindenholz aufgrund seines spärlichen Vorkommens aber keine Rolle, was die Aussage von Dr. Hintner über den geringen Stellenwert der Linde bestätigt.
Dr. Veronika Krapf aus Teis erzählte über die Linde in der Mythologie und ihre Verwendung in der Volksmedizin. Mit ihrer Erzählkunst schaffte sie es, den vollbesetzten Saal in ihren Bann zu ziehen – man hätte gar eine Stecknadel zu Boden fallen hören – so ruhig war es, während sie erzählte. In der Volksmedizin werden vor allem getrocknete Lindenblüten verwendet, deren Tee ein gutes Heilmittel bei Husten ist.
Der Tag klang bei einem Mittagessen im Vereinssaal aus.
Bericht: Fö. Klaus Staffler und F.A. Christine Staffler, Forststation St. Walburg