Digitale Ausscheidung von potentiellen Auerwildhabitaten in den Wäldern der Domänenverwaltung
Das Auerwild in Mitteleuropa ist stark rückläufig. Südtirol macht hier trotz der großen zusammenhängenden Waldgebiete keine Ausnahme. Um diesen Hühnervogel vor dem Aussterben zu schützen, sind Wissenschaftler und Praktiker des gesamten Alpenraums gefragt, die Gründe für den massiven Rückgang zu erforschen, und insbesondere Maßnahmen zu formulieren und durchzusetzen, die ein Aussterben des Auerwilds langfristig verhindern können.Bericht: Elisabeth Sternbach
Im November 2001 erteilte deshalb der Landesbetrieb für Forst- und Domänenverwaltung einen Forschungsauftrag an das Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinische Universität Wien. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Fritz Reimoser, in Zusammenarbeit mit Dipl. Ing. Andreas Duscher und Dr. Elisabeth Sternbach, sollten aufgrund der Daten der Waldbehandlungspläne und des digitalen Geländemodells (DGM) potentielle Auerwildhabitate in den Domänenwäldern ausgeschieden werden. Dazu wurden GIS- gestützte Methoden verwendet.
Um den aktuellen Auerwildbestand zu erheben wurden im Frühjahr 2002 Balzplätze kartiert. Förster und Jagdaufseher führten außerdem über das gesamte Jahr ein flächendeckendes Monitoring durch, um die aktuelle Verbreitung zu erfassen. Zusätzlich wurden im Sommer in ausgewählten Untersuchungsflächen auerwildrelevante Habitatparameter erhoben (Wildökologischer Bestandestyp, Astansatz, Astwerk, Totholz, Zwergsträucher, Höhe und Deckungsgrad und Arten der Bodenvegetation, Wurzelteller, Ameisenhaufen).
Mit den beiden Datensätzen (Daten der Waldbehandlungspläne und Daten der Sommeraufnahmen) wurde je ein Habitatmodell entwickelt, welches potentielle Verbreitungsgebiete ausscheidet: Digitale Habitateignungskarten aller Untersuchungsgebiete sind das Ergebnis. Durch den Vergleich des potentiellen, errechneten Habitats mit dem aktuellen, bekannten Auerwildvorkommen konnte die Qualität der Modelle überprüft, und die beiden Modelle miteinander verglichen werden.
Dadurch wurde getestet, inwieweit sich die Daten der Waldbehandlungspläne eignen, um eine Aussage über den Wald als (Auer)- Wildlebensraum treffen zu können. Die Ergebnisse waren besser als erwartet: Mit den Daten der Waldbehandlungspläne (Bestandesstrukturtyp und Beschirmungsgrad) und des DGM (Geländeform, Neigung und Seehöhe) konnte bereits ein Teil des Auerwildvorkommens erklärt werden.
Lässt man jedoch zusätzliche Daten einfließen, und hier seien insbesondere die Höhe, der Deckungsgrad und die Pflanzenarten der Bodenvegetation (Schwarzbeere) genannt, erzielt man sehr viel genauere und differenziertere Ergebnisse, welche sich zu einem großen Prozentsatz mit dem aktuellen Auerwildvorkommen decken.
Weiters konnte gezeigt werden, dass es von großem Vorteil ist, wenn die Daten auf Bestandesebene (und nicht wie derzeit üblich, auf Abteilungsebene) vorliegen: dies erhöht die Aussagefähigkeit von Habitatmodellen sehr. Auch die Erhebung von „Wildökologischen Bestandestypen“ (WÖBT) an Stelle der bisher erhobenen Bestandesstrukturtypen wäre als Zusatzinformation zweckmäßig, besonders im Hinblick auf zukünftige wildökologische Fragestellungen. WÖBT beschreiben einen Bestandestyp als Lebensraum für Wildtiere und nicht rein als Altersklasse zur Bewirtschaftung. Die Kartierung von Ameisenhäufen sowie aller Zäune und Barrieren wäre eine gute Hilfe zur Interpretation der Ergebnisse. Außerdem wird empfohlen, durch die Vereinheitlichung der Definitionen aller zu erhebenden Parameter und eine gute Ausbildung der Studenten die diese Erhebungen durchführen, eine weitgehende Objektivierung des Datenmaterials zu gewährleisten.
Der Aufwand für die Erhebung dieser zusätzlichen Parameter ist nicht besonders groß, zumal diese im Zuge der WBP- Datenaufnahme erhoben werden können. Durch die zusätzlichen Daten könnte die Qualität der Waldbehandlungspläne im Bezug auf die Erforschung wildökologischer Fragestellungen wesentlich verbessert werden. Der Vorteil WBP- Daten liegt darin, dass sie nahezu für die Hälfte der Landeswaldfläche und somit für ein sehr großes potentielles Untersuchungsgebiet vorhanden sind.
Zuletzt wurden für die aktuellen und potentiellen Auerwildgebiete waldbauliche Maßnahmen formuliert, welche dem Erhalt und der Verbesserung des Auerwildlebensraums dienen.
Die Datenerhebung wurde im Oktober 2002 abgeschlossen. Die Auswertung der Daten erfolgte in den Wintermonaten November bis Februar. Die Ergebnisse wurden im Mai 2003 in Form eines Forschungsberichtes präsentiert. Wer mehr wissen will, kann eine Kopie des Berichtes beim Landesbetrieb für Forst- und Domänenverwaltung, Michael Pacherstr. 13, Bozen anfordern (Telefon: 0471 414871, e-Mail: forst.domaene@provinz.bz.it), oder die Volltextversion hier herunterladen.
Um den aktuellen Auerwildbestand zu erheben wurden im Frühjahr 2002 Balzplätze kartiert. Förster und Jagdaufseher führten außerdem über das gesamte Jahr ein flächendeckendes Monitoring durch, um die aktuelle Verbreitung zu erfassen. Zusätzlich wurden im Sommer in ausgewählten Untersuchungsflächen auerwildrelevante Habitatparameter erhoben (Wildökologischer Bestandestyp, Astansatz, Astwerk, Totholz, Zwergsträucher, Höhe und Deckungsgrad und Arten der Bodenvegetation, Wurzelteller, Ameisenhaufen).
Mit den beiden Datensätzen (Daten der Waldbehandlungspläne und Daten der Sommeraufnahmen) wurde je ein Habitatmodell entwickelt, welches potentielle Verbreitungsgebiete ausscheidet: Digitale Habitateignungskarten aller Untersuchungsgebiete sind das Ergebnis. Durch den Vergleich des potentiellen, errechneten Habitats mit dem aktuellen, bekannten Auerwildvorkommen konnte die Qualität der Modelle überprüft, und die beiden Modelle miteinander verglichen werden.
Dadurch wurde getestet, inwieweit sich die Daten der Waldbehandlungspläne eignen, um eine Aussage über den Wald als (Auer)- Wildlebensraum treffen zu können. Die Ergebnisse waren besser als erwartet: Mit den Daten der Waldbehandlungspläne (Bestandesstrukturtyp und Beschirmungsgrad) und des DGM (Geländeform, Neigung und Seehöhe) konnte bereits ein Teil des Auerwildvorkommens erklärt werden.
Lässt man jedoch zusätzliche Daten einfließen, und hier seien insbesondere die Höhe, der Deckungsgrad und die Pflanzenarten der Bodenvegetation (Schwarzbeere) genannt, erzielt man sehr viel genauere und differenziertere Ergebnisse, welche sich zu einem großen Prozentsatz mit dem aktuellen Auerwildvorkommen decken.
Weiters konnte gezeigt werden, dass es von großem Vorteil ist, wenn die Daten auf Bestandesebene (und nicht wie derzeit üblich, auf Abteilungsebene) vorliegen: dies erhöht die Aussagefähigkeit von Habitatmodellen sehr. Auch die Erhebung von „Wildökologischen Bestandestypen“ (WÖBT) an Stelle der bisher erhobenen Bestandesstrukturtypen wäre als Zusatzinformation zweckmäßig, besonders im Hinblick auf zukünftige wildökologische Fragestellungen. WÖBT beschreiben einen Bestandestyp als Lebensraum für Wildtiere und nicht rein als Altersklasse zur Bewirtschaftung. Die Kartierung von Ameisenhäufen sowie aller Zäune und Barrieren wäre eine gute Hilfe zur Interpretation der Ergebnisse. Außerdem wird empfohlen, durch die Vereinheitlichung der Definitionen aller zu erhebenden Parameter und eine gute Ausbildung der Studenten die diese Erhebungen durchführen, eine weitgehende Objektivierung des Datenmaterials zu gewährleisten.
Der Aufwand für die Erhebung dieser zusätzlichen Parameter ist nicht besonders groß, zumal diese im Zuge der WBP- Datenaufnahme erhoben werden können. Durch die zusätzlichen Daten könnte die Qualität der Waldbehandlungspläne im Bezug auf die Erforschung wildökologischer Fragestellungen wesentlich verbessert werden. Der Vorteil WBP- Daten liegt darin, dass sie nahezu für die Hälfte der Landeswaldfläche und somit für ein sehr großes potentielles Untersuchungsgebiet vorhanden sind.
Zuletzt wurden für die aktuellen und potentiellen Auerwildgebiete waldbauliche Maßnahmen formuliert, welche dem Erhalt und der Verbesserung des Auerwildlebensraums dienen.
Die Datenerhebung wurde im Oktober 2002 abgeschlossen. Die Auswertung der Daten erfolgte in den Wintermonaten November bis Februar. Die Ergebnisse wurden im Mai 2003 in Form eines Forschungsberichtes präsentiert. Wer mehr wissen will, kann eine Kopie des Berichtes beim Landesbetrieb für Forst- und Domänenverwaltung, Michael Pacherstr. 13, Bozen anfordern (Telefon: 0471 414871, e-Mail: forst.domaene@provinz.bz.it), oder die Volltextversion hier herunterladen.