Wertschöpfung des einheimischen Holzes
Die Vollversammlung des Südtiroler Forstvereins am 27. Februar in Nals stand ganz im Zeichen der Vermarktung des einheimischen Holzes. Anhand von zwei positiven Beispielen aus Vorarlberg und Osttirol wurde gezeigt wie eine Steigerung der Wertschöpfung des Holzes möglich sein kann. Landesforstdirektor Dr. Paul Profanter zeigte anschließend was in Südtirol in dieser Hinsicht noch alles verbessert werden muss.
Bericht Christoph Hintner, Amt für Forstplanung
Im ersten Vortrag berichtete Dipl. Ing. Ölz von der Landwirtschaftskammer Vorarlberg über die „Wertschöpfungskette Vorarlberger Holz“. Diese Organisation setzt sich aus der Genossenschaft der Zimmerer, aus den Waldbesitzern und Sägewerken zusammen. In Form einer Kooperation wurde auch die Zusammenarbeit mit dem Land und den lokalen Medien gesucht. Die Wertschöpfungskette Vorarlberger Holz hat sich 1997 bei der Gründung das Ziel gesetzt den Holzbau auf hohem Niveau durch gemeinsame Aktivitäten, wie Weiterbildung und Lobbying, zu fördern. Die Ausgangslage 1997 war durch einen abnehmenden Holzbauanteil und durch rückläufige Umsätze bei den Zimmerern gekennzeichnet. Vorarlberg hatte seit jeher eine internationale Holzbauarchitektur, diese war aber nur mehr in kleinem Kreise bekannt. Entscheidend für den Erfolg dieser Organisation ist die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Gliedern der Wertschöpfungskette. Besonders wichtig aus der Sicht des Waldbesitzers ist die Zusammenarbeit mit den Zimmerern, weil sie nahe am Kunden sind.
Die bisherige Arbeit umfasste vor allem gezielte Marketingmaßnahmen, wie die Verleihung des Vorarlberger Holzbaupreises und die Herausgabe des Holzbaujournals. Durch Medienarbeit versucht man in der lokalen Presse dauernd präsent zu sein. So schalten die beteiligten Zimmereibetriebe Inserate mit einem einheitlichen Erscheinungsbild.
Durch diese gezielte Öffentlichkeitsarbeit hat sich das Image des Holzbaues entscheidend verbessert. Die bestehenden Vorurteile gegenüber Holzbau wurden abgeschwächt. Der moderne Holzbau ist derzeit beim Bauherrn in, wodurch sich der Branchenumsatz der Zimmerer seit der Gründung der Wertschöpfungskette verdoppelt hat.
Aus der Sicht des Waldbesitzers wirkt sich die Zusammenarbeit positiv auf das Image des Waldes aus. Durch Verbesserungen in der Kundennähe können Nutzungen auf den Kunden abgestimmt werden. Bisher waren die Waldbesitzer sehr weit vom Kunden entfernt. Besonders profitiert hat das Spezialsortiment Weißtanne, da in der modernen Holzbauweise die Wetter ausgesetzte Seite oft mit Tanne verbaut wird. Dieser Aufschwung im Holzbau schlägt sich in der Wertschöpfungskette leider noch nicht bis auf den Holzpreis durch.
Die bisherige Arbeit umfasste vor allem gezielte Marketingmaßnahmen, wie die Verleihung des Vorarlberger Holzbaupreises und die Herausgabe des Holzbaujournals. Durch Medienarbeit versucht man in der lokalen Presse dauernd präsent zu sein. So schalten die beteiligten Zimmereibetriebe Inserate mit einem einheitlichen Erscheinungsbild.
Durch diese gezielte Öffentlichkeitsarbeit hat sich das Image des Holzbaues entscheidend verbessert. Die bestehenden Vorurteile gegenüber Holzbau wurden abgeschwächt. Der moderne Holzbau ist derzeit beim Bauherrn in, wodurch sich der Branchenumsatz der Zimmerer seit der Gründung der Wertschöpfungskette verdoppelt hat.
Aus der Sicht des Waldbesitzers wirkt sich die Zusammenarbeit positiv auf das Image des Waldes aus. Durch Verbesserungen in der Kundennähe können Nutzungen auf den Kunden abgestimmt werden. Bisher waren die Waldbesitzer sehr weit vom Kunden entfernt. Besonders profitiert hat das Spezialsortiment Weißtanne, da in der modernen Holzbauweise die Wetter ausgesetzte Seite oft mit Tanne verbaut wird. Dieser Aufschwung im Holzbau schlägt sich in der Wertschöpfungskette leider noch nicht bis auf den Holzpreis durch.
Fö. Ing. Erich Gollmitzer von der Bezirksforstinspektion Lienz berichtete im zweiten Vortrag über die Verwendung von Holz im Energiesektor, am Beispiel des Biomasseheizwerkes Lienz.
Die Stadt Lienz selbst hält einen Anteil von 4% am Biomasseheizwerk, das 2001 in Betrieb gegangen ist. Gerade diese Beteiligung der Stadt erscheint im Nachhinein als sehr wichtig, denn dadurch gelang es der Stadtverwaltung mit den Betreibern einen Mindestanteil von 10% an bäuerlichen Waldhackgut, was 6.000 Efm entspricht, bindend zu verhandeln. Der Grundgedanke der Stadt Lienz war dabei den Absatz des Brennholzes aus dem stadteigenen Forstbetrieb zu sichern und zum anderen eine Wirtschaftsförderung für die Bauern zu ermöglichen.
Im ersten Jahr erfolgte die Abwicklung des Ankaufes des bäuerlichen Hackgutes durch die bestehende Hackschnitzelgenossenschaft. Von den 5.000 angelieferten SRM stammte nur 1/5 aus dem Privatwald, der größte Teil kam aus den Gemeinden und Agrargemeinschaften, d.h einige Große schöpften das Kontingent aus. Um die Abwicklung zu verbessern, wurde daraufhin ein Koordinierungsausschuss gegründet. Mit allen Interessierten sollte eine durchschaubare Logistik auf die Beine gestellt werden.
Bis Ende November eines jeden Jahres werden jetzt beim zuständigen Gemeindewaldaufseher Meldungen über beabsichtigte Lieferungen von bäuerlichem Hackgut entgegengenommen. Aufgrund der Anmeldungen wird dann eine Prioritätenreihung festgelegt, wodurch alle Waldbesitzer Osttirols eingebunden werden können. Heuer z.B. haben von 1500 Osttiroler Waldbesitzern, die Schlägerungen beabsichtigen, immerhin 200 Lieferungen von Hackgut gemeldet. Durch die Verbesserung der Logistik ist es gelungen den Anteil des Hackgutes aus dem Privatwald auf 63% zu erhöhen.
Für die Anlieferung des Holzes sind drei Varianten vorgesehen:
• Lieferung als Rundholz bis zum Lagerplatz und Vermessung durch eine Brückenwaage. Durch die Entnahme einer Feuchtigkeitsprobe wird dann das Trockengewicht bestimmt.
• Der Waldeigentümer kann es auch selbst als Hackgut liefern zu einem Preis von 18,17€+USt/SRM
• Brennholzverkauf an Unternehmer, wobei diese Möglichkeit kaum angewendet wird.
Die Vorteile für den Waldbesitzer liegen im gesicherten Brennholzabsatz zu einem zufriedenstellenden Preis, in der unkomplizierten Abwicklung und in der Flexibilität hinsichtlich der verschiedenen Liefermöglichkeiten. Der derzeitige Preis für das Waldhackgut liegt bei 28 €/Efm + 12% US = 31,36 €/Efm, womit er sich um den Schleifholzpreis bewegt.
Für das Biomasseheizwerk hingegen ist die einfache Abwicklung mit nur einem Ansprechpartner, die hohe Objektivität und das Auftreten keiner zusätzlichen Kosten von Vorteil.
Negativ hingegen ist, dass sich die Waldbesitzer kaum mehr um andere Absatzmöglichkeiten bemühen, sondern sich auf das Stadtwerk verlassen. Sobald das Kontingent erfüllt ist, bleibt das Brennholz im Wald liegen. Dadurch könnte langfristig auch ein Forstschutzproblem entstehen.
Die Rolle des Forstdienstes liegt im Mitwirken im Koordinierungsausschuss und in der Beratung der Waldbesitzer. Durch die Abwicklung der Meldungen über die Waldaufseher, konnte auch das Image des Forstdienstes in der Öffentlichkeit verbessert werden.
Für ihren Einsatz beim Aufbau der Biomasselogistik Lienz, wurde der Stadtverwaltung der Preis des Tiroler Forstvereins „Grüner Zweig“ verliehen.
Die Stadt Lienz selbst hält einen Anteil von 4% am Biomasseheizwerk, das 2001 in Betrieb gegangen ist. Gerade diese Beteiligung der Stadt erscheint im Nachhinein als sehr wichtig, denn dadurch gelang es der Stadtverwaltung mit den Betreibern einen Mindestanteil von 10% an bäuerlichen Waldhackgut, was 6.000 Efm entspricht, bindend zu verhandeln. Der Grundgedanke der Stadt Lienz war dabei den Absatz des Brennholzes aus dem stadteigenen Forstbetrieb zu sichern und zum anderen eine Wirtschaftsförderung für die Bauern zu ermöglichen.
Im ersten Jahr erfolgte die Abwicklung des Ankaufes des bäuerlichen Hackgutes durch die bestehende Hackschnitzelgenossenschaft. Von den 5.000 angelieferten SRM stammte nur 1/5 aus dem Privatwald, der größte Teil kam aus den Gemeinden und Agrargemeinschaften, d.h einige Große schöpften das Kontingent aus. Um die Abwicklung zu verbessern, wurde daraufhin ein Koordinierungsausschuss gegründet. Mit allen Interessierten sollte eine durchschaubare Logistik auf die Beine gestellt werden.
Bis Ende November eines jeden Jahres werden jetzt beim zuständigen Gemeindewaldaufseher Meldungen über beabsichtigte Lieferungen von bäuerlichem Hackgut entgegengenommen. Aufgrund der Anmeldungen wird dann eine Prioritätenreihung festgelegt, wodurch alle Waldbesitzer Osttirols eingebunden werden können. Heuer z.B. haben von 1500 Osttiroler Waldbesitzern, die Schlägerungen beabsichtigen, immerhin 200 Lieferungen von Hackgut gemeldet. Durch die Verbesserung der Logistik ist es gelungen den Anteil des Hackgutes aus dem Privatwald auf 63% zu erhöhen.
Für die Anlieferung des Holzes sind drei Varianten vorgesehen:
• Lieferung als Rundholz bis zum Lagerplatz und Vermessung durch eine Brückenwaage. Durch die Entnahme einer Feuchtigkeitsprobe wird dann das Trockengewicht bestimmt.
• Der Waldeigentümer kann es auch selbst als Hackgut liefern zu einem Preis von 18,17€+USt/SRM
• Brennholzverkauf an Unternehmer, wobei diese Möglichkeit kaum angewendet wird.
Die Vorteile für den Waldbesitzer liegen im gesicherten Brennholzabsatz zu einem zufriedenstellenden Preis, in der unkomplizierten Abwicklung und in der Flexibilität hinsichtlich der verschiedenen Liefermöglichkeiten. Der derzeitige Preis für das Waldhackgut liegt bei 28 €/Efm + 12% US = 31,36 €/Efm, womit er sich um den Schleifholzpreis bewegt.
Für das Biomasseheizwerk hingegen ist die einfache Abwicklung mit nur einem Ansprechpartner, die hohe Objektivität und das Auftreten keiner zusätzlichen Kosten von Vorteil.
Negativ hingegen ist, dass sich die Waldbesitzer kaum mehr um andere Absatzmöglichkeiten bemühen, sondern sich auf das Stadtwerk verlassen. Sobald das Kontingent erfüllt ist, bleibt das Brennholz im Wald liegen. Dadurch könnte langfristig auch ein Forstschutzproblem entstehen.
Die Rolle des Forstdienstes liegt im Mitwirken im Koordinierungsausschuss und in der Beratung der Waldbesitzer. Durch die Abwicklung der Meldungen über die Waldaufseher, konnte auch das Image des Forstdienstes in der Öffentlichkeit verbessert werden.
Für ihren Einsatz beim Aufbau der Biomasselogistik Lienz, wurde der Stadtverwaltung der Preis des Tiroler Forstvereins „Grüner Zweig“ verliehen.
Landesforstdirektor Dr. Paul Profanter referierte anschließend zum Thema „mehr Wertschöpfung aus Südtirols Wald“. Der jährliche Einschlag liegt in Südtirol im Durchschnitt bei 460.000 Vfm, dem aber ein Hiebsatz von 560.000 Vfm gegenübersteht. Der Grund, dass der potentielle Hiebsatz nicht ausgenutzt wird, liegt neben dem stagnierenden Holzpreis, in den oft schwierigen Position:sverhältnissen, in der ungünstigen Besitzstruktur und in der geringen Personalausstattung der landwirtschaftlichen Betriebe.
Die Wertschöpfung des einheimischen Holzes kann durch Einfluss auf die Kostenschiene oder auf die Preisschiene erhöht werden.
Durch folgende Maßnahmen können die Kosten der Holzarbeit reduziert werden:
• Verbesserung der Organisation und Logistik
• Vorantreiben der Mechanisierung in der Waldarbeit
• Förderung gemeinsamer Holznutzungen, Schaffung innovativer Organisationsstrukturen
• Abbau bürokratischer Hindernisse
• Weiterbildung der Waldarbeiter
Die Holznutzung darf aber in Zukunft nicht am Bauern vorbeigehen, sondern es muss ihm die Möglichkeit geboten werden im Nebenerwerb tätig zu werden. Förderungen sollen Erschließungs- und Position:snachteile ausgleichen. Es sollen aber keine Direktzahlungen erfolgen, finanzielle Beiträge soll es auch weiterhin nur bei Nutzung oder Pflege des Waldes geben.
Zurzeit produzieren wir oft am Holzmarkt vorbei.
Die Produktion muss in Zukunft besser auf den Holzmarkt abgestimmt werden durch:
• Marktgerechte Ausformung: Maße, Längen, Qualität, Schlägerungstermine müssen sich am Kunden orientieren.
• Angebot und Nachfrage müssen besser zusammenführt werden
• Sicherstellung des Holzbedarfes durch Lieferverträge und Qualitätskriterien
• Gemeinsame Vermarktungseinrichtungen unter Einbindung der Waldbesitzer müssen geschaffen werden (Genossenschaften, Maschinenringe).
• Die Produktionskette Holz muss gestärkt werden, die Verwendung von einheimischem Holz ist zu forcieren und zu fördern.
• Sensibilisierung der Bevölkerung
Es gibt bereits einige positive Beispiele in Südtirol. So werden im oberen Pustertal höhere Preise durch gemeinsame Holzversteigerungen von Körperschaften und Privaten erzielt. Auf dem Ritten und Tschöggelberg wurden in der Vergangenheit Bedarfsanalysen für Holz mit einheimischen Handwerksbetrieben und darauf abgestimmte Nutzungen durchgeführt. In Sarntal wird für die Mitglieder der Hackschnitzelgenossenschaft Sarntal bei Lieferung von Waldhackgut mit 16 €/SRM ein sehr gute Preis bezahlt.
In Zukunft müssen vor allem Eigeninitiativen von Waldbesitzern im Vordergrund stehen. Die Aufgabe der Verwaltung sieht der Landesforstdirektor darin, Rahmenbedingungen zu schaffen um Marktnachteile auszugleichen und um Gemeinschaftsinitiativen zu fördern.
Die Wertschöpfung des einheimischen Holzes kann durch Einfluss auf die Kostenschiene oder auf die Preisschiene erhöht werden.
Durch folgende Maßnahmen können die Kosten der Holzarbeit reduziert werden:
• Verbesserung der Organisation und Logistik
• Vorantreiben der Mechanisierung in der Waldarbeit
• Förderung gemeinsamer Holznutzungen, Schaffung innovativer Organisationsstrukturen
• Abbau bürokratischer Hindernisse
• Weiterbildung der Waldarbeiter
Die Holznutzung darf aber in Zukunft nicht am Bauern vorbeigehen, sondern es muss ihm die Möglichkeit geboten werden im Nebenerwerb tätig zu werden. Förderungen sollen Erschließungs- und Position:snachteile ausgleichen. Es sollen aber keine Direktzahlungen erfolgen, finanzielle Beiträge soll es auch weiterhin nur bei Nutzung oder Pflege des Waldes geben.
Zurzeit produzieren wir oft am Holzmarkt vorbei.
Die Produktion muss in Zukunft besser auf den Holzmarkt abgestimmt werden durch:
• Marktgerechte Ausformung: Maße, Längen, Qualität, Schlägerungstermine müssen sich am Kunden orientieren.
• Angebot und Nachfrage müssen besser zusammenführt werden
• Sicherstellung des Holzbedarfes durch Lieferverträge und Qualitätskriterien
• Gemeinsame Vermarktungseinrichtungen unter Einbindung der Waldbesitzer müssen geschaffen werden (Genossenschaften, Maschinenringe).
• Die Produktionskette Holz muss gestärkt werden, die Verwendung von einheimischem Holz ist zu forcieren und zu fördern.
• Sensibilisierung der Bevölkerung
Es gibt bereits einige positive Beispiele in Südtirol. So werden im oberen Pustertal höhere Preise durch gemeinsame Holzversteigerungen von Körperschaften und Privaten erzielt. Auf dem Ritten und Tschöggelberg wurden in der Vergangenheit Bedarfsanalysen für Holz mit einheimischen Handwerksbetrieben und darauf abgestimmte Nutzungen durchgeführt. In Sarntal wird für die Mitglieder der Hackschnitzelgenossenschaft Sarntal bei Lieferung von Waldhackgut mit 16 €/SRM ein sehr gute Preis bezahlt.
In Zukunft müssen vor allem Eigeninitiativen von Waldbesitzern im Vordergrund stehen. Die Aufgabe der Verwaltung sieht der Landesforstdirektor darin, Rahmenbedingungen zu schaffen um Marktnachteile auszugleichen und um Gemeinschaftsinitiativen zu fördern.