Die besonderen Eigenschaften des Zirbenholzes
Dipl.Ing. Stefan Zwettler, Geschäftsführer des Tiroler Waldbesitzerverbandes berichtete von den außerordentlichen Ergebnissen zweier Studien, die im Forschungsinstitut JOANNEUM RESEARCH in Weiz durchgeführt wurden.Bericht: Ulrike Raffl
Im Jahr 1999 trafen sich Vertreter der Forstwirtschaft aus Südtirol, Österreich und der Schweiz mit einem gemeinsamen Problem: Die Nachfrage für die Baumart Zirbe, die in den letzten Jahrzehnten ohnehin schon starke Bestandes-Einbußen verzeichnen musste, ist rückläufig. Um diese Baumart nicht gänzlich ins Aus zu schicken und sie auch weiterhin in den Alpen zu erhalten, mussten Strategien entwickelt werden, um den Anbau und die Nachfrage nach Zirbenholz wieder zu steigern und durch den verstärkten Hinweis auf die besonderen Eigenschaften dieses Holzes eine Verbesserung der Absatzsituation zu erreichen.
Im Zuge dieses Projektes wurden zwei EU-geförderte Studien in Auftrag gegeben, die den Einfluss des Zirbenholzes auf den Menschen und die bioinhibitorische Wirkung auf die Entwicklung der Kleidermotte untersuchten. Die Ergebnisse der Studien überstiegen bei weitem die Erwartungen aller Beteiligten.
Im Zuge dieses Projektes wurden zwei EU-geförderte Studien in Auftrag gegeben, die den Einfluss des Zirbenholzes auf den Menschen und die bioinhibitorische Wirkung auf die Entwicklung der Kleidermotte untersuchten. Die Ergebnisse der Studien überstiegen bei weitem die Erwartungen aller Beteiligten.
Zirbenduft als Mottenschutz
Die Zirbe oder Arve (Pinus cembra) weist neben ihrem unschätzbaren ökologischen Wert noch zahlreiche andere Vorzüge auf: So lässt sich Zirbenholz aufgrund seiner geringen Härte leicht verarbeiten und war insbesondere als Möbelholz - nicht zuletzt auch wegen seines guten und jahrzehntelang anhaltenden Dufts - bei unseren Vorfahren sehr beliebt. Überliefert ist zudem die vor Kleidermottenfraß schützende Wirkung des Zirbendufts. Mit Hilfe einer entsprechenden Versuchsanordnung, die sich an der Standardarbeitsanweisung für die biologische Prüfung von Wolle gegen Textilinsekten orientiert, wurde von der Forschungsgesellschaft JOANNEUM RESEARCH in Weiz die bioinhibitorische Wirkung des Zirbenholzes auf die Entwicklung der Kleidermotte - einen der bedeutensten Textilschädlinge Mitteleuropas - untersucht. Die Untersuchung wurde vergleichend ebenso an Fichten- und Birkenholz, sowie Spanplatten und Kunststoffkästchen als Kontrolle durchgeführt. Eine zweite Fragestellung war die Untersuchung des Einflusses einer zusätzlichen Behandlung mit Zirbenkieferöl.
Die Ergebnisse zeigen, dass Zirbenholz die Entwicklung der Kleidermotte signifikant stärker behindert als die anderen getesteten Holzarten. Nach einer Inkubationszeit von 15 Wochen erfolgte eine Verminderung der Larvenzahl in den Zirbenholzkästchen von 48 % im Vergleich zur Kontrolle, während bei Fichte eine Reduktion von 36 %, bei Birke von 9 % und bei Spanplatte von 8 % zu verzeichnen war. Eine Behandlung des Zirbenholzes mit Zirbenöl bewirkte eine Reduktion der Insektenzahlen um insgesamt 65 % im Vergleich zur Kontrolle.
Zirbenholz schafft messbar Wohlbefinden
Das Einrichtungsmaterial hat größere Auswirkungen auf Wohlbefinden und Gesundheit als bisher angenommen. Eine Untersuchung der Auswirkungen von Zirbenholz als Einrichtungsmaterial auf Kreislauf, Schlaf, Wohlbefinden und vegetative Regulation erbrachte: Das Herz erspart sich täglich eine Stunde Arbeit! Beim Test im Labor des Forschungsinstitutes zeigten sich signifikante Unterschiede in der Erholungsqualität zwischen einem Zirbenholzzimmer und einem identisch gestalteten Holzdekorzimmer. Zirbenholz bewirkt eine niedrigere Herzrate bei körperlichen und mentalen Belastungen.
In den anschließenden Ruhephasen wird der vegetative Erholungsprozess beschleunigt. Wetterfühligkeit der Herzfrequenz tritt im Zirbenzimmer nicht auf. Nachgewiesen ist auch die bessere Schlafqualität im Zirbenholzbett. Dazu Prof. Maximilian Moser vom Institut für Nichtinvasive Diagnostik der JOANNEUM RESEARCH: „Die durchschnittliche Arbeitsersparnis für das Herz liegt bei 3.500 Schlägen oder einer Stunde Herzarbeit pro Tag.“
Durchgeführt wurden die Untersuchungen über aufwendige Herzfrequenzmessungen an einer Reihe von Testpersonen. Durch modernste Sensortechnik und Auswertungsverfahren ist es möglich, das autonome Nervensystem sowie die biologischen Rhythmen des Organismus zu beobachten.
Die physiologischen Ergebnisse stimmten mit der subjektiven Einschätzung der Versuchspersonen überein, welche über einen erholsameren Schlaf, ein besseres Allgemeinbefinden und vor allem eine höheren „soziale Extravertiertheit“ berichteten. Vielleicht ein Grund, warum Gaststuben früher mit Zirbenholz verkleidet waren.
Das Material der Wohnungseinrichtung hat offensichtlich größere Auswirkungen auf Befinden und Gesundheit als bisher bekannt. Für das edle Holz der "Königin der Alpen" tun sich damit neue Anwendungsfelder auf.