Das Erfolgsrezept der Graubündner Patentjagd
Vortrag von Hannes Jenny anlässlich der Vortragsreihe des SFV am 7.10.2005 in Weißenbach.Bericht: Andreas Agreiter
Ein sich von anderen Jagdsystemen erheblich abhebendes Konzept der Rotwildbewirtschaftung stellte der Wildbiologe des Amtes für Jagd und Fischerei Graubünden, Hannes Jenny, vor. Der Kanton Graubünden weist klimatisch und hinsichtlich der „Jägerdichte“ Gemeinsamkeiten mit Südtirol auf.
Die Graubündner Patentjagd sah sich in den 70er Jahren mit dem „Hirschproblem“ konfrontiert. Die hohe Rotwilddichte und große Wintersterben beeinflussten die Überarbeitung der Jagdgesetzgebung. Der Wildbestand sollte dem Lebensraum angepasst werden und das Wohlbefinden des Rotwildes verstärkt beachtet werden.
Das neue Jagdgesetz brachte erhebliche Einschränkungen für die Jäger: kurze Jagdzeiten, Mindestkaliber der Kugelwaffen von 10,2 mm mit einer geringen Schussleistung, Verbot von Repetierern, restriktive Beschränkung im Gebrauch von Motorfahrzeugen.
Seit 1987 unterstützt eine jährliche Scheinwerfertaxation im Frühjahr die Abschussplanung. Die unterschiedlichen Bedingungen bei der Zählung bedingen eine schwankende Dunkelziffer zwischen 25 und 40%, ein Trend lässt sich dennoch ableiten. Zusätzliche Indikatoren sind der Zustand der Tiere und die Fallwildzahlen. Der Abschussplan wird nach Regionen erstellt. Für dieselben Regionen werden Wald-Wild-Berichte abgefasst, in Gutachten werden die Problemgebiete ausgeschieden. Treten auf über 25% der Waldfläche Schäden auf, so hat die Jagd ihre Aufgabe nicht erfüllt und die Jäger sind verpflichtet, die Wildschäden zu vergüten. Werden die 25% unterschritten, decken öffentliche Gelder die Entschädigungen ab.
Derzeit rechnet man mit einem Rotwild-Frühjahrsbestand von 13.000 Stück, welcher in einer dreiwöchigen Hochjagd sowie einer zusätzlichen Herbstjagd reguliert wird. In der Hochjagd im September werden vorwiegend männliche Hirsche und nicht führende Tiere bejagt, während in der Herbstjagd im November/Dezember der Abschuss von Kälbern und Tieren getätigt wird.
Die Biologie des Rotwildes steht klar über dem Einzelinteresse des Jägers. Um die für die Fortpflanzung wichtigen alten Hirsch schonen zu können, wurde der zweiseitige Kronenhirsch unter Schutz gestellt. Eine Untersuchung ergab nämlich, dass 7-12jährige männliche Hirsche am häufigsten beidseitige Kronen aufweisen.
Gute Brunftgebiete sind als Wildschutzgebiete ausgewiesen und werden nicht bejagt.
Das Jagdsystem punktet vor allem durch die Erhaltung einer ausgewogenen Altersstruktur und durch die weit reichende Berücksichtigung der natürlichen Bedürfnisse des Rotwildes. Letzteres ermöglicht es auch, dass Rotwild während der Jagdperiode den ganzen Tag über erlegt werden kann.
Die Wildschadenssituation hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert, Wald und Wild befinden sich auf gleicher Augenhöhe. Wildfreie Zonen werden strikt abgelehnt. Gewachsene Traditionen finden in Graubünden so weit wie möglich Beachtung - allerdings unter Rücknahme eines jagdlichen Egoismus - denn das Wildtier wird ins Zentrum gestellt. Jagdplanung wird im Kanton Graubünden als rollende Planung, als ein Prozess betrachtet.
Jenny betrachtet die Graubündner Patentjagd als ein liberales Jagdsystem. Die fortgeschrittene Umsetzung wildbiologischer Erkenntnisse im Bündner Jagdsystem hat in Mitteleuropa Vorbildcharakter.
Die Graubündner Patentjagd sah sich in den 70er Jahren mit dem „Hirschproblem“ konfrontiert. Die hohe Rotwilddichte und große Wintersterben beeinflussten die Überarbeitung der Jagdgesetzgebung. Der Wildbestand sollte dem Lebensraum angepasst werden und das Wohlbefinden des Rotwildes verstärkt beachtet werden.
Das neue Jagdgesetz brachte erhebliche Einschränkungen für die Jäger: kurze Jagdzeiten, Mindestkaliber der Kugelwaffen von 10,2 mm mit einer geringen Schussleistung, Verbot von Repetierern, restriktive Beschränkung im Gebrauch von Motorfahrzeugen.
Seit 1987 unterstützt eine jährliche Scheinwerfertaxation im Frühjahr die Abschussplanung. Die unterschiedlichen Bedingungen bei der Zählung bedingen eine schwankende Dunkelziffer zwischen 25 und 40%, ein Trend lässt sich dennoch ableiten. Zusätzliche Indikatoren sind der Zustand der Tiere und die Fallwildzahlen. Der Abschussplan wird nach Regionen erstellt. Für dieselben Regionen werden Wald-Wild-Berichte abgefasst, in Gutachten werden die Problemgebiete ausgeschieden. Treten auf über 25% der Waldfläche Schäden auf, so hat die Jagd ihre Aufgabe nicht erfüllt und die Jäger sind verpflichtet, die Wildschäden zu vergüten. Werden die 25% unterschritten, decken öffentliche Gelder die Entschädigungen ab.
Derzeit rechnet man mit einem Rotwild-Frühjahrsbestand von 13.000 Stück, welcher in einer dreiwöchigen Hochjagd sowie einer zusätzlichen Herbstjagd reguliert wird. In der Hochjagd im September werden vorwiegend männliche Hirsche und nicht führende Tiere bejagt, während in der Herbstjagd im November/Dezember der Abschuss von Kälbern und Tieren getätigt wird.
Die Biologie des Rotwildes steht klar über dem Einzelinteresse des Jägers. Um die für die Fortpflanzung wichtigen alten Hirsch schonen zu können, wurde der zweiseitige Kronenhirsch unter Schutz gestellt. Eine Untersuchung ergab nämlich, dass 7-12jährige männliche Hirsche am häufigsten beidseitige Kronen aufweisen.
Gute Brunftgebiete sind als Wildschutzgebiete ausgewiesen und werden nicht bejagt.
Das Jagdsystem punktet vor allem durch die Erhaltung einer ausgewogenen Altersstruktur und durch die weit reichende Berücksichtigung der natürlichen Bedürfnisse des Rotwildes. Letzteres ermöglicht es auch, dass Rotwild während der Jagdperiode den ganzen Tag über erlegt werden kann.
Die Wildschadenssituation hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert, Wald und Wild befinden sich auf gleicher Augenhöhe. Wildfreie Zonen werden strikt abgelehnt. Gewachsene Traditionen finden in Graubünden so weit wie möglich Beachtung - allerdings unter Rücknahme eines jagdlichen Egoismus - denn das Wildtier wird ins Zentrum gestellt. Jagdplanung wird im Kanton Graubünden als rollende Planung, als ein Prozess betrachtet.
Jenny betrachtet die Graubündner Patentjagd als ein liberales Jagdsystem. Die fortgeschrittene Umsetzung wildbiologischer Erkenntnisse im Bündner Jagdsystem hat in Mitteleuropa Vorbildcharakter.