„Gleich wie es ihm gefällt?“ – Wie jagt der Südtiroler Jäger
Vortrag von Heinrich Aukenthaler anlässlich der Vortragsreihe des SFV am 7.10.2005 in Weißenbach.Bericht: Andreas Agreiter
Einen Streifzug durch die verschiedenen Facetten der Jagd in Südtirol machte der Geschäftsführer des Südtiroler Jagdverbandes, Heinrich Aukenthaler. Wie stark die Jagd in Südtirol in jüngster Vergangenheit unter Beschuss gelangt, legte ein von Aukenthaler zitierter Artikel in der Südtiroler Tageszeitung offen. Darin wird vom Schindluder Jagd gesprochen, aber wohl niemand schenke mehr dem Märchen des Hegers mehr Glauben. Denn in Wirklichkeit schieße der Jäger nur wegen der „Hetz“.
Aukenthaler meinte dazu, dass das Unverständnis der nicht jagenden Bevölkerung für die Jagd bleiben werde. Zu schwer lasse sich die Leidenschaft des Jägers erklären.
Er versuchte die Charakterzüge des Südtiroler Jägers zu umschreiben: Er ist der Tradition stark verhaftet, und nur schwer vermag er sich von ihr zu lösen. Das Beutemachen ist ein Teil der Jagd. Das ganze Jahr über ist der Jäger auch anderweitig mit der Jagd beschäftigt. Wildbeobachtung, Hegemaßnahmen, Sicherung der Straßen, Bau von Reviereinrichtungen, Hegeschauen im Frühjahr. Die Kameradschaft ist ein wichtiger Bestandteil der Jagd.
Den Jäger von einst bis zur Moderne betrachtend, verstand es Aukenthaler den Bogen in beeindruckender Weise zu spannen. Der Pirschjäger auf Niederwild in früheren Zeiten hat sich heute zunehmend zum Ansitzjäger und viel mehr noch zum Schalenwildjäger gewandelt. Mut zu Selbstkritik zeigte Aukenthaler bei der Aussage, dass das Rotwild den Jäger ein wenig verdorben habe.
Eine sehr unterschiedliche Entwicklung haben die Abschusszahlen der in Südtirol jagdbaren Wildarten. Schalenwild, insbesondere aber das Rotwild, hat an Bedeutung gewonnen, Sorgen bereitet die Zunahme von Schwarzwild. Die Hasenstrecke erlebt in den Revieren des Überetsches und Unterlandes einen beachtlichen Aufwärtstrend. Mit der Abschaffung der Abschussprämien werden in den letzten Jahren weniger Füchse erlegt. Die in Intensivkulturen Schaden verursachenden Vogelarten, allen voran Amseln, Wacholderdrosseln und Krähen zeigen tendenziell steigende Abschusszahlen. Die Spielhahnstrecke ist gleich bleibend, stark sinkend jene von Schnee- und Steinhühnern.
Die Anzahl der Jäger hat einen Höchststand erreicht. Immerhin 1,7% der Südtiroler Bevölkerung gehört der Jägerschaft an.
Die Jagd erfüllt eine Bestandessteuerung der Wildtierbestände. Bei der Rehwildbejagung sei aber zu bemängeln, dass der tatsächlich getätigte Abschuss von 62% männlichen Rehen und 38% weiblichen Rehen einem natürlichen Geschlechterverhältnis zu Gunsten des weiblichen Rehwildes nicht gerecht wird.
Vom Rotwild sei der Südtiroler Jäger geradezu überrollt worden. Obwohl Rotwild in Südtirol in sehr unterschiedlicher Dichte vorkommt, gehe die Abschusskurve steil nach oben. Hauptziel der Jagd ist, die Bestände in Grenzen zu halten, Schäden zu vermeiden und daher vor allem Kahlwild zu bejagen. Denn die Kulturlandschaft darf unter der Jagd nicht leiden. Eine landwirtschaftsähnliche Haltung des Rotwildes, wie in manchen Nachbarländern praktiziert, dürfe es – so Aukenthaler – in Südtirol nicht geben. Die Begeisterung des Südtiroler Jägers für das Rotwild hat auch Schattenseiten. So werden mancherorts andere Wildarten vernachlässigt. Verständlich, ist doch die Jagd auf den Rothirsch als Ausgleich der für den Jäger verloren gegangenen Jagd auf Auer- und Haselwild und die Balzjagd auf den Spielhahn in den Vordergrund getreten.
Auch wenn die bestehende Bejagung des Rotwildes wohl nicht ohne weiteres durch andere Jagdmethoden ersetzt werde, so können diese zumindest ergänzt oder integriert werden.
Trotz unterbliebener Überreglementierung der Jagd wurde vom Jäger, der einst jagte – so wie es ihm gefiel – mit der Zeit ein Jäger, der gewissen Regeln unterworfen ist. Dies trägt aber dazu bei, dass mit vereinten Kräften für angemessene Wildstände und für ein gutes Auskommen mit anderen Naturnutzern geweidwerkt wird. Der beste Garant dafür, so unterstrich Aukenthaler, sei eine gelebte Bescheidenheit des Jägers.
Aukenthaler meinte dazu, dass das Unverständnis der nicht jagenden Bevölkerung für die Jagd bleiben werde. Zu schwer lasse sich die Leidenschaft des Jägers erklären.
Er versuchte die Charakterzüge des Südtiroler Jägers zu umschreiben: Er ist der Tradition stark verhaftet, und nur schwer vermag er sich von ihr zu lösen. Das Beutemachen ist ein Teil der Jagd. Das ganze Jahr über ist der Jäger auch anderweitig mit der Jagd beschäftigt. Wildbeobachtung, Hegemaßnahmen, Sicherung der Straßen, Bau von Reviereinrichtungen, Hegeschauen im Frühjahr. Die Kameradschaft ist ein wichtiger Bestandteil der Jagd.
Den Jäger von einst bis zur Moderne betrachtend, verstand es Aukenthaler den Bogen in beeindruckender Weise zu spannen. Der Pirschjäger auf Niederwild in früheren Zeiten hat sich heute zunehmend zum Ansitzjäger und viel mehr noch zum Schalenwildjäger gewandelt. Mut zu Selbstkritik zeigte Aukenthaler bei der Aussage, dass das Rotwild den Jäger ein wenig verdorben habe.
Eine sehr unterschiedliche Entwicklung haben die Abschusszahlen der in Südtirol jagdbaren Wildarten. Schalenwild, insbesondere aber das Rotwild, hat an Bedeutung gewonnen, Sorgen bereitet die Zunahme von Schwarzwild. Die Hasenstrecke erlebt in den Revieren des Überetsches und Unterlandes einen beachtlichen Aufwärtstrend. Mit der Abschaffung der Abschussprämien werden in den letzten Jahren weniger Füchse erlegt. Die in Intensivkulturen Schaden verursachenden Vogelarten, allen voran Amseln, Wacholderdrosseln und Krähen zeigen tendenziell steigende Abschusszahlen. Die Spielhahnstrecke ist gleich bleibend, stark sinkend jene von Schnee- und Steinhühnern.
Die Anzahl der Jäger hat einen Höchststand erreicht. Immerhin 1,7% der Südtiroler Bevölkerung gehört der Jägerschaft an.
Die Jagd erfüllt eine Bestandessteuerung der Wildtierbestände. Bei der Rehwildbejagung sei aber zu bemängeln, dass der tatsächlich getätigte Abschuss von 62% männlichen Rehen und 38% weiblichen Rehen einem natürlichen Geschlechterverhältnis zu Gunsten des weiblichen Rehwildes nicht gerecht wird.
Vom Rotwild sei der Südtiroler Jäger geradezu überrollt worden. Obwohl Rotwild in Südtirol in sehr unterschiedlicher Dichte vorkommt, gehe die Abschusskurve steil nach oben. Hauptziel der Jagd ist, die Bestände in Grenzen zu halten, Schäden zu vermeiden und daher vor allem Kahlwild zu bejagen. Denn die Kulturlandschaft darf unter der Jagd nicht leiden. Eine landwirtschaftsähnliche Haltung des Rotwildes, wie in manchen Nachbarländern praktiziert, dürfe es – so Aukenthaler – in Südtirol nicht geben. Die Begeisterung des Südtiroler Jägers für das Rotwild hat auch Schattenseiten. So werden mancherorts andere Wildarten vernachlässigt. Verständlich, ist doch die Jagd auf den Rothirsch als Ausgleich der für den Jäger verloren gegangenen Jagd auf Auer- und Haselwild und die Balzjagd auf den Spielhahn in den Vordergrund getreten.
Auch wenn die bestehende Bejagung des Rotwildes wohl nicht ohne weiteres durch andere Jagdmethoden ersetzt werde, so können diese zumindest ergänzt oder integriert werden.
Trotz unterbliebener Überreglementierung der Jagd wurde vom Jäger, der einst jagte – so wie es ihm gefiel – mit der Zeit ein Jäger, der gewissen Regeln unterworfen ist. Dies trägt aber dazu bei, dass mit vereinten Kräften für angemessene Wildstände und für ein gutes Auskommen mit anderen Naturnutzern geweidwerkt wird. Der beste Garant dafür, so unterstrich Aukenthaler, sei eine gelebte Bescheidenheit des Jägers.