Zertifiziert – Was nun?
Die Wälder der Mitglieder des SBB sind zertifiziert. Was bedeutet dies nun für den einzelnen Waldbesitzer? Wie ist mit dem neuen Qualitätssiegel richtig umzugehen?Der Waldbesitzer muss in eines der Büros des SBB gehen und dort seine Zertifizierungsnummer abholen. Diese besteht aus der Nummer des PEFC - Staates, der Nummer der Katastralgemeinde und der Nummer der Waldkartei/Waldbehandlungsplan.
Der Verkäufer muss auf der Rechnung oder dem Vertrag diese Nummer angeben, damit der Händler nachweisen kann, dass das Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern kommt. Bevor er die Nummer erhält, muss er sich verpflichten, die Kriterien zu beachten und die vorgeschriebenen Kontrollen zu erlauben. Ist ein Waldbesitzer nicht Mitglied des SBB, so kann er entweder Mitglied werden - dann veranlasst der SBB seine Zertifizierung (Dauer ca. ein Jahr) oder aber er wendet sich an eine Zertifizierungsfirma und lässt sich als Einzelbetrieb zertifizieren.
Die Forstbehörde hat in diesem Zusammenhang keine Mehrarbeit. Die ständige Aktualisierung der Waldkarteien und der Pläne, die Waldbehandlung laut Forstgesetz, sowie die Einhaltung aller übrigen Gesetze reichen bereits aus, um die Kriterien zu erfüllen.
Anders ist es bei den Sägewerkern: Diese müssen ihren Betrieb zertifizieren lassen, um zu garantieren, dass es beim Einschnitt des zertifizierten Holzes zu keiner „wundersamen Holzvermehrung“ kommt. Außerdem müssen die Werke auch Mindeststandards bei der Arbeitssicherheit und im Umweltbereich nachweisen können. Dasselbe gilt für die Weiterverarbeitung. Je mehr nun zertifiziertes Holz für die Sägewerke zur Verfügung steht, desto leichter ist es, die Nachweise zu erbringen. Daher werden sie auch, sobald das System greift, Waldbesitzern welche kein zertifiziertes Holz verkaufen, weniger bezahlen, da sie damit einen größeren bürokratischen Aufwand haben.
Wenn auch kurzfristig nicht mit höheren Preisen durch die Zertifizierung zu rechnen ist, so ist durch die Zertifizierung zumindest ein wesentlicher Nachteil am Markt ausgeschlossen.
In Nordeuropa ist die Nachfrage nach zertifizierten Produkten bereits hoch, bei uns hinkt diese Entwicklung momentan noch nach. Es ist aber nur eine Frage der Zeit bis sich die „Mode“ aus dem Norden auch bei uns durchsetzen wird. Daher ist es besser, jetzt schon „gerüstet“ zu sein.
Bericht: Dr. Josef Schmiedhofer