Alpine Rasen
Alpine Rasen haben sich oberhalb der Latschen- bzw. Grünerlenregion, also in 2400 bis 2800 m Höhe, unter extremen klimatischen Bedingungen gebildet. Die Pflanzen sind an Trockenheit Kälte und Wind angepasst.
Sie bilden viel Wurzelmasse und sind häufig immergrün, damit sie im Frühjahr sofort assimilieren (d.h. Pflanzenmasse bilden) können.
Die Blüten sind bei manchen besonders auffällig, weil nur wenige Tage warm genug sind für den Insektenflug. Andere stehen aufrecht, damit die Windbestäubung erleichtert wird (Zwergweiden). Wegen der kurzen Vegetationszeit ist die produzierte Pflanzenmasse insgesamt gering.
Typische Pflanzenarten sind Silberwurz, Alpenaster, Blaugras, die Artenfülle ist vor allem auf Kalkgestein enorm. Auf Urgestein kommen weitaus weniger Arten vor.
Typische Tierarten sind besondere Arten von Insekten, die jeweils ganz bestimmte Wirtspflanzen bevorzugen Schmetterlinge (Apollofalter), Heuschrecken, Grillen, Hummeln. An größeren Tierarten kommen Murmeltier, Alpenspitzmaus, Alpenschneehuhn vor.
Alpine Rasen zeichnen sich wegen der unruhigen Hangoberfläche durch einen vielfältigen kleinräumigen Wechsel der ökologischen Bedingungen aus. Auch deshalb ist die Artenzahl der Pflanzen und Kleintiere hoch.

Die alpinen Rasenfluren sind der typische Lebensraum des Murmeltiers.