Der Tannenmischwald
Weißtanne und Rotbuche lieben gemäßigte Temperaturen, hohe Niederschläge und Luftfeuchtigkeit. In Südtirol sind Tannenwälder wegen der trockenen Luft, der manchmal zu trockenen Sommer und der starken Temperaturgegensätze selten und auf wenige Sonderstandorte beschränkt.
Die Tanne steigert die Verdunstungs-Leistung eines Waldbestandes beträchtlich. Außerdem wurzelt sie sehr tief (Pfahlwurzelsystem). In niederschlagsreichen Gebieten, z.B. am Nordalpenrand, ist die Tanne deshalb sehr wichtig für den Bodenschutz und für die Dämpfung von Niederschlagsspitzen.
Tannen - Fichten - Mischwälder stellen die produktivsten Waldbestände in Südtirol. Berühmt sind die Wälder von Latemar, wo die höchsten Tannen und Fichten bis 40 Meter aufragen.
Tannen - Buchen - Mischwälder, meist mit Fichte angereichert, sind sehr schattig, weil die Buche mit ihrem flexiblen Geäst rasch jede Lücke nützt und das einfallende Licht auffängt. Solche Wälder sind deshalb meist sehr arm an Bodenvegetation. Nur im Frühjahr, vor Laubaustrieb, entwickelt sich eine charakteristische Bodenflora von so genannten Frühjahrsblühern: Leberblümchen, Buschwindröschen, Waldmeister, Maiglöckchen, Seidelbast.
Dieser Waldtyp ist im Süden des Landes etwas häufiger, weil feuchte Luftströmungen vom Mittelmeer für günstigere Bedingungen sorgen. Weniger als ein Prozent der Waldfläche des Landes sind Buchen-Tannen-Mischwald.
Eine große Gefahr für die Tannenwälder ist der Verbiss durch Schalenwild, besonders Reh- und Gamswild. Die Tanne wird außerordentlich gerne verbissen. Deshalb muss das Schalenwild in der Nähe von Tannenverjüngungen sehr scharf bejagt werden. Fütterungen sollten in tannenreichen Wäldern unbedingt unterbleiben.
Die Tanne stellt eine äußerst attraktive Äsungspflanze dar – eine große Gefahr für die Verjüngung von Tannenwäldern.