Der Wald in Südtirol, Allgemeines, Aktuelles, Kurioses

Ertragsvermögen und Betriebsführung

Holzauszeige
Der durchschnittliche Holzvorrat liegt in Südtirols Wäldern bei 184 Vfm/ha und nimmt jährlich um 1,5% zu.

Den 480.000 Vfm oder 1,7 Vfm/ha, die jährlich in Südtirol tatsächlich genutzt werden, stehen 815.000 Vfm oder 2,8 Vfm/ha gegenüber, die pro Jahr nachhaltig geerntet werden könnten.

Unter dem Eindruck kahlgeschlagener Wälder und einer schwerwiegenden Holzverknappung haben Forstleute vor etwa 200 Jahren das Prinzip der Nachhaltigkeit formuliert:

Es darf nur soviel Holz genutzt werden, dass die Produktivität und Wertleistung des Waldes für nachfolgende Generationen nicht geschmälert wird.


Dass dies geschieht - dafür sorgt die forstliche Betriebsplanung (Forsteinrichtung). Wälder mit einer Größe von mehr als hundert Hektar müssen nach einem Waldbehandlungsplan bewirtschaftet werden. Dieser wird alle 10 Jahre erneuert. Die im Waldbehandlungsplan beinhalteten Vorschriften regeln die waldbauliche Behandlung der Wälder, das Ausmaß der Nutzung (Hiebsatz), Waldverbesserungsmaßnahmen aber auch Maßnahmen zum Biotopschutz. Für Wälder mit einer Fläche unter hundert Hektar sind Waldkarteien vorgesehen, die ihre Bewirtschaftung und Nutzung regeln.

Große Waldbesitzer, besonders Staat und Gemeinden, bemühen sich um Jahr für Jahr etwa gleich große Hiebssätze. Sie sind dazu in vielen europäischen Ländern auch gesetzlich verpflichtet. Bäuerliche Kleinwaldbesitzer betrachten dagegen ihren Wald eher als Sparkasse: Sie lassen das Holz wachsen, wenn ihnen die Landwirtschaft genügend einbringt, und ernten, wenn sie größere Ausgaben bezahlen müssen.

Der Wald in Südtirol unterliegt einer strengen Aufsicht durch Förster. Wenn der Waldeigentümer Holz nutzen will, so müssen die Stämme vom Förster gekennzeichnet (ausgezeigt) werden. So wird eine Übernutzung verhindert.