Der Wald in Südtirol, Allgemeines, Aktuelles, Kurioses

Die Bewirtschaftung

Obwohl die Wälder Südtirols seit vielen Jahrhunderten vom Menschen genutzt werden, ist die Baumartenzusammensetzung noch weitgehend natürlich. Auch der innere Aufbau der Wälder ähnelt in seiner kleinflächigen, mosaikartigen Abwechslung dem Naturwald. Zu verdanken ist dieser Umstand der femelartigen Nutzung. Kahlschläge sind in Südtirol unüblich.

Beim
Naturwald
naturnahen Waldbau zielt jeder Nutzungseingriff darauf ab, den Wald auf natürliche Weise zu verjüngen. Diese Art der Bewirtschaftung sichert standortgerechte, stabile Wälder. Überall dort, wo die natürliche Verjüngung in absehbarer Zeit nicht oder nur zögernd einsetzt (Hochlagen, Sonderstandorte), müssen Bäume gepflanzt werden. Das dafür notwendige Pflanzenmaterial wird in den landeseigenen Forstgärten auf einer Gesamtfläche von 12 ha gezogen.

Die Durchführungsverordnung zum Landesforstgesetz legt in den allgemeinen Grundsätzen für die Waldbehandlung fest, dass (Zitat) „… der Waldbau naturnah im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung des Waldökosystems erfolgen muss. Dem naturnahen Waldbau liegt eine naturnahe Baumartenmischung, ein gesundes Beziehungsgefüge des Waldes und dessen natürliche Erneuerung zugrunde. …“

In den allgemeinen Waldbauprinzipien der DfVo kommen die Grundlagen des Waldbaus in Südtirol deutlich zum Ausdruck: kleinflächige Nutzung, gruppenweise Waldpflege, stufige und artenreiche Waldränder, Naturverjüngungsbetrieb, Belassen von Totholz in angemessener Anzahl und Verteilung, Beibehaltung der Baumartenmischung, Förderung eindrucksvoller Baumgestalten und reizvoller Waldbilder sowie die Ausweisung eines Netzes von Waldschutzgebieten, u.U. auch mit bewusstem Nutzungsverzicht.